Suppenküche Kazanlak öffnet

Nachricht aus Kazanlak:

Die Suppenküche konnte am 1. November 2018 wieder eröffnet werden. Wir sind sehr dankbar, mit diesem
Angebot den bedürftigen Menschen helfen zu können.
Im selben Lokal wie in den letzten zwei Jahren konnten wir für 3.40 BGN (1.74 EUR) pro Mahlzeit tätig
sein.
50 Personen wurden als Empfänger ausgesucht, davon 25 von unserer Kirche und 25 von der Stadt. Die Kirche gibt bei
ihren 25 Personen vor, wer gehen kann. Manchmal werden einige Leute nach einem Monat abgetauscht
damit möglichst viele von dieser Suppenküche profitieren können. Es besteht die Möglichkeit vor Ort die
Mahlzeit einzunehmen oder sie abzuholen. Viele Leute nehmen die Mahlzeit mit nach Hause, wo diese mit
Familienmitgliedern geteilt wird oder für das Abendessen aufbewahrt wird.
Es ist immer eine Suppe und eine Hauptspeise mit Brot, wobei entweder die Suppe oder die Hauptspeise
Fleisch enthalten.

Auch für den Winter 2018/2019 kann die Nadeshda-Bulgarienhilfe der ev. Petrikirchengemeinde die Suppenküche in Kazanlak dank Ihrer Spenden finanzieren. Jeder Euro kommt an!

Das Medizinische Kabinett in Kazanlak

Das Medizinische Kabinett in Kazanlak berichtet im November 2018 ausführlich über die Arbeit vor Ort:

LIEBE FREUNDE, SEHR GEEHRTE SPENDER!

Wir sind sehr dankbar, dass das Medizinische Kabinett weiterhin offen ist. Die Situation hat sich im vergangenen Jahr nicht wesentlich verändert.

1. Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, Menschen zu helfen. Im Medizinischen Zentrum werden Personen jeden Alters medizinisch und geistlich versorgt. Eine Krankenschwester führt grundlegende Untersuchungen durch, die Ärztin macht spezielle Konsultationen. Im Wartezimmer sind während den Öffnungszeiten freiwillige Frauen aus der Kirche anwesend, die zuhören, wenn Besucherinnen und Besucher über Probleme sprechen möchten.

2. Warum ist das Angebot nötig?

Nach dem Ende des Kommunismus kämpften die Bulgarinnen und Bulgaren mit vielen Problemen. Die niedrigen Löhne und Renten waren eines davon, dass nicht mehr alle Menschen eine Krankenversicherung hatten, ein anderes. Die Situation hat sich in den letzten Jahren in den größeren Städten gebessert. Der durchschnittliche Lohn in der Regionalstadt Stara Zagora liegt bei rund 470 EUR, wobei die Lohnschere zwischen großen Städten und kleinen Dörfern weit auseinandergeht. Bei den Renten fanden keine großen Anpassungen statt in den letzten Jahren. Sie bewegen sich immer noch zwischen 92 und 360 EUR im Monat. Dies reicht nicht aus, um die Lebensunterhaltskosten zu decken.

3. Die soziale Situation

Besucher des medizinischen Zentrums stammen hauptsächlich aus der sozial schwachen Schicht. Roma, Arbeitslose und Rentner machen den Großteil aus. 28% der bulgarischen Bevölkerung sind nicht krankenversichert. Jeder Arztbesuch kostet 10 EUR, verschriebene Medikamente sind zusätzlich zu bezahlen. Im Medizinischen Zentrum sind sowohl die Untersuchung, wie auch die Medikamente unentgeltich, was für Betroffene mehr als hilfreich ist.

4. Besucher

Monatlich werden etwa 200 Besuche verzeichnet. Das medizinische Zentrum ist offen für Kirchenmitglieder, aber auch für andere Bewohnerinnen und Bewohner von Kazanlak und Umgebung. 60% der Patienten gehören zu den Letztgenannten.

Statistik von Januar bis September 2018

Gesamte Anzahl von Besuchen: 2.081
Nach Alter:
0-12 Jahre: 17
13-19 Jahre: 32
20-30 Jahre: 39
30-40 Jahre: 44
40-50 Jahre: 622
50+ Jahre: 1327

Davon Kirchenmitglieder: Ca. 42%

5. Behandlungen Krankheitsbilder

Die Patienten nehmen meistens allgemeine Untersuchungen in Anspruch und beziehen nicht rezeptpflichtige Medikamente. Allerdings kann die Ärztin auch Medikamente verschreiben. Hier die am häufigsten behandelten Beschwerden:

  • Osteoporose
  • Diabetes
  • Grippe
  • Hoher Blutdruck
  • Erkrankungen am Herz
  • Arthritis
  • Magenbeschwerden

6. Mitarbeiterinnen

Die Krankenschwester ist zu 50% angestellt. Sie arbeitet von Montag bis Donnerstag von 09:00 bis 13:00 Uhr und am Sonntag nach dem Gottesdienst.
Weiter praktiziert Dr. Gardeva zwei Mal wöchentlich für jeweils zwei Stunden im Medizinischen Zentrum. Dr. Gardeva arbeitet freiwillig und wird nicht bezahlt. Im Wartezimmer ist während den Öffnungszeiten immer eine freiwillige Mitarbeiterin anwesend. Sie hört den Menschen zu und berät sie, wenn dies gewünscht wird.

7. Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag von 09:00 bis 13:00 Uhr und Sonntag nach dem Gottesdienst.

8. Einnahmen und Ausgaben

Ausgaben Januar bis September 2018:

Löhne:           1.369,53 EUR
Medikamente:     1.718,39 EUR
Unterhalt:       1.365,85 EUR
(Strom, Wasser, Telefon, Heizung)
Fahrzeugkosten:    465,81 EUR
Summe:           4.919,58 EUR

Einnahmen Januar bis September 2018:

Nadeshda-Bulgarienhilfe der ev. Petrikirchengemeinde:       2.164,63 EUR
Sonstige Spenden:                                           1.849,05 EUR
Summe:                                                      4.013,68 EUR

Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben kann (noch) aus einem Spendenüberhang in Vorjahren gedeckt werden.

 

30 Euro im Monat …

.. bedeuten für alleinerziehende Mütter oder Familien in Bulgarien, die oft ausschließlich von Kindergeld leben, so viel. Nicht nur, dass ein Kind Kleidung und Schulmaterialien kaufen kann und so ohne die drückenden Geldsorgen lernen darf, sondern auch die Gewissheit, da gibt es jemanden in Deutschland, der an mich glaubt und mich unterstützt, mir schreibt, für mich betet.

Seit vielen Jahren unterstützen Familien und Singles unsere Patenkinder in Bulgarien. Seitenweise könnten wir berichten über kleine und große Wunder. Brieffreundschaften, die über Landesgrenzen hinweg unter Kindern entstehen, bis hin zum weiter unterstützten und abgeschlossenen Jurastudium.

Die Bulgaren lieben ihr schönes Land sehr und möchten gerne dort bleiben. Uns kostet es einen Euro pro Tag, Familien und ihren Kindern Hoffnung auf eine gute Zukunft im eigenen Land zu schenken!

Sprechen oder schreiben Sie uns gerne an, wenn Sie Fragen zu diesem Projekt haben oder helfen möchten.

Annette Seelbach